Erste Trompete

Richtig Schlagzeug lernen von zuhause aus als Späteinsteiger im Ruhestand

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Draußen peitscht der Regen gegen die Scheiben meines Gartenhauses, und ich sitze hier mit meiner silbernen Trompete auf dem Schoß. Der metallische, leicht ölige Geruch der Trompetenventile vermischt sich mit dem Duft von feuchtem Holz – ein Geruch, den ich mittlerweile richtig liebend gelernt habe. Aber heute starre ich gar nicht auf meine Noten für Miles Davis' So What, sondern auf das verstaubte Schlagzeug meiner Tochter, das seit ihrem Auszug im Keller stand und das ich letzte Woche hierher geschleppt habe.

Bevor ich dir mehr erzähle: Wenn du über meine Links einen Kurs kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich kostet es keinen Cent mehr. Ich empfehle nur, was ich hier im Gartenhaus selbst ausprobiere und für gut befinde. Hier ist meine vollständige Offenlegung.

Eigentlich wollte ich ja nur Trompete spielen. Aber weißt du, manchmal reicht die Puste einfach nicht, oder die Lippen sind nach zehn Minuten so taub, dass nur noch heiße Luft kommt. Und da stand es nun, dieses Schlagzeug. Ich habe neulich schon mal mit Kochlöffeln auf dem Küchentisch einen einfachen 4/4-Takt probiert und vor lauter Begeisterung glatt einen Keramik-Untersetzer zerschlagen – ups. Aber das Gefühl, diesen Rhythmus im Körper zu spüren, hat mich nicht mehr losgelassen.

Vom Finanzamt zum Rhythmusgefühl – Ein weiter Weg

Wenn ich an meine alten Kollegen im Finanzamt denke, muss ich schmunzeln. Ob die wohl ahnen, dass ich jetzt Schlagzeug-Fills recherchiere, statt Paragrafen im Steuerrecht zu wälzen? Wahrscheinlich halten sie mich immer noch für die „unmusikalische“ Beamtin, die damals in der Schule schon an der Blockflöte gescheitert ist. Aber mit 50 sieht man das entspannter. Ich muss niemanden mehr beeindrucken – außer vielleicht mich selbst, wenn ich den ersten sauberen Ton oder eben den ersten Takt hinbekomme.

Das Problem ist nur: Mein Körper ist nicht mehr 17. Wenn man als Späteinsteiger anfängt, merkt man schnell, dass die Gelenke eine eigene Meinung haben. Besonders in den Fingern zwickt es bei mir manchmal, eine leichte Arthrose lässt grüßen. Die meisten Schlagzeug-Tutorials auf YouTube zeigen junge Hüpfer, die wie wild auf die Felle eindreschen. Das ist für mich der sicherste Weg direkt in die Physiotherapie, nicht auf die Bühne.

Das Gelenk-Dilemma: Schlagzeug spielen ohne Schmerzen

Genau hier liegt der Hund begraben. Viele Standard-Übungspläne setzen eine physische Belastbarkeit voraus, die wir „Best Ager“ (Gott, wie ich dieses Wort hasse) oft nicht mehr haben. Wenn ich versuche, die Stöcke so fest zu umklammern, wie es manche Lehrer fordern, schießen mir nach fünf Minuten die Tränen in die Augen – und zwar nicht vor Rührung. Als Späteinsteiger brauchen wir Techniken, die auf Lockerheit und Effizienz setzen, statt auf rohe Gewalt.

Ich habe im Internet nach einer Lösung gesucht, die mich nicht überfordert und bei der ich in meinem eigenen Tempo lernen kann. Schließlich will ich im Münsterland nicht die Nachtruhe stören – hier im Wohngebiet gilt ab 22:00 Uhr strikte Stille, und die Nachbarn sind zwar nett, aber bei Lärm verstehen sie keinen Spaß. Deshalb übe ich ja im Gartenhaus. Aber auch dort muss die Technik stimmen, damit die Handgelenke nicht aufgeben.

Nach einigem Suchen bin ich auf den Kurs von Rudi Hein gestoßen. Was mir dort gefällt: Es ist ein Einmalkauf, kein nerviges Abo, das monatlich mein Konto plündert. Der Kurs RudiHein Schlagzeug-Kompakt bietet 12 Monate Zugang zu strukturierten Modulen. Das ist perfekt für mein Gehirn, das immer noch ein bisschen in Aktenstrukturen denkt. Es gibt klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch auf die Ergonomie achten – lebenswichtig, wenn man nicht will, dass die Arthrose den Takt vorgibt.

Der erste Versuch: Wadenkrampf statt Rock 'n' Roll

Letzten Mittwoch habe ich mich dann zum ersten Mal richtig drangesetzt. Nach etwa vier Wochen, in denen ich nur zaghaft die Trompete poliert habe, wollte ich es wissen. Die erste Lektion: Die Bassdrum. Und was soll ich sagen? Die überraschende Spannung in meinen Waden, nachdem ich nur zehn Minuten lang versucht habe, einen stetigen Puls zu halten, war eine echte Ansage. Mein Körper dachte wohl, ich mache ein Extrem-Wandertraining durch die Baumberge.

Aber genau das ist der Punkt beim Gefühlt unmusikalisch und trotzdem Trompete lernen mit über 50 (oder eben Schlagzeug): Man lernt seinen Körper völlig neu kennen. Man merkt, dass die linke Hand nicht das tut, was die rechte will, und der Fuß macht sowieso, was er möchte. Es ist wie beim ersten Mal Autofahren – man ist völlig überfordert mit den vielen Pedalen und Hebeln, aber irgendwann läuft es einfach.

Warum Schlagzeug lernen von zuhause die Rettung ist

Ich habe kurz überlegt, in die lokale Musikschule zu gehen. Aber ganz ehrlich? Zwischen all den Zehnjährigen zu sitzen, die ihre Stöcke schon perfekt wirbeln können, während ich versuche, meine arthritischen Finger zu sortieren... nein danke. Zuhause kann ich fluchen, wenn der Stick wegfliegt, und ich kann die Lektion dreimal wiederholen, ohne dass mich jemand mitleidig anschaut.

Für alle, denen ein komplettes Schlagzeug zu laut oder zu teuer ist, gibt es übrigens tolle Alternativen. Ich habe mir den martin0852 Cajon-Kurs angesehen. Mit über 160+ Videos ist das Ding wahnsinnig tiefgehend. Ein Cajon ist viel leiser und man kann es wunderbar als Hocker tarnen, wenn die Verwandtschaft kommt. Aber für mich musste es jetzt eben das „echte“ Set sein, weil es mich an die alte Kirchenorgel erinnert – dieser wummernde Bass, der im Bauch vibriert.

Hier sind ein paar Dinge, die ich in den letzten Wochen gelernt habe:

Fazit: Man ist nie zu alt für ein bisschen Lärm

Anfang Mai, an einem dieser wunderbar lauen Sonntagabende, saß ich im Gartenhaus und habe zum ersten Mal einen ganz einfachen Groove über zwei Takte gehalten, ohne dass mein Fuß aus dem Rhythmus gefallen ist. Es war kein Jazz-Meisterwerk, aber für mich klang es nach Freiheit. Weg von den Steuerbescheiden, weg von dem Gefühl, „zu alt“ für etwas Neues zu sein.

Ob ich jetzt bei der Trompete bleibe oder doch zur Drummerin umschule? Warum eigentlich entscheiden? Die Trompete bleibt meine große Liebe für die Melodie (auch wenn ich immer noch lerne, das Wasser aus der Trompete abzulassen, ohne dass es unappetitlich aussieht), aber das Schlagzeug gibt mir den Boden unter den Füßen.

Wenn du auch überlegst, im Ruhestand oder kurz davor noch mal richtig loszulegen: Trau dich. Such dir einen Kurs, der deine Gelenke schont und dich dort abholt, wo du stehst. Der Kurs von Rudi Hein ist ein fantastischer Startpunkt für alle, die Struktur und einen erfahrenen Lehrer suchen, ohne das Haus verlassen zu müssen. Wer weiß, vielleicht gründen wir ja irgendwann die „Münsterland-Späteinsteiger-Band“? Ich bringe die Trompete und die Sticks mit!

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