
Eine Stunde am Stück, jeden Tag: so hatte ich mir das mit dem Trompete lernen am Anfang vorgestellt, ohne eine einzige Pause dazwischen. Nach zwei Tagen war mein Ansatz komplett hinüber, die Lippen so taub, dass ich beim Abendbrot kaum noch richtig zubeißen konnte. Liebes Schwesterchen, willkommen in Woche sechs meines Anfänger-Tagebuchs – dem Punkt, an dem mir langsam klar wird, dass Trompete lernen mit über 50 eine Frage der Geduld ist, nicht der Kraft.
Der Online-Musikkurs, für den ich mich entschieden habe, wartet geduldig im Hintergrund, während ich hier im Münsterland meine eigenen kleinen Katastrophen produziere. Struktur musste her, sonst hätte ich mich schon in der ersten Woche verzettelt.
Kurzer Programmhinweis zwischendurch: Manche Links in diesem Text sind Affiliate-Links, worüber ich bei einem Kauf eine kleine Provision bekomme, ohne Aufpreis für dich. Es hilft mir, das Gartenhaus nach und nach etwas komfortabler einzurichten.
Warum ausgerechnet eine Trompete – und kein Schlagzeug?
Miles Davis lief bei mir schon, lange bevor ich wusste, dass "So What" der Titel heißt. Der Klang einer Trompete hat für mich schon als Kind nach Sonntag geklungen, nach der Kirche, nach etwas Feierlichem. In der Schule hieß es dagegen, ich sei unmusikalisch, mein Blockflöten-Trauma lässt grüßen.
Unsere Tochter wollte als Teenager unbedingt ein Schlagzeug, und für einen Moment habe ich überlegt, ob ich nicht einfach in ihre alten Wünsche einsteige. Ein Cajon stand auch kurz zur Debatte, weil es leiser ist als praktisch jedes andere Instrument im Haus. Aber am Ende hat die Sehnsucht nach dem Blech gewonnen.
Die Trompete selbst kam vom Nachbarn, gebraucht und ziemlich angelaufen, mit einem Klang wie eine rostige Fahrradklingel. Bevor überhaupt ein Ton kam, musste ich erst lernen, wie man eine gebrauchte Trompete reinigen kann, ohne das alte Messing zu ruinieren. Danach erst kam der meineMusikschule Trompete Kurs ins Spiel, weil mein innerer Amtsschimmel Struktur braucht: Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei, keine Improvisation.
Das Gartenhaus im Februar
Mein Übungsraum ist ein Holzverschlag hinter dem Haus, kaum größer als ein Kinderzimmer, mit einem wackligen Klappstuhl und einem gebrauchten Notenständer als einziger Einrichtung. Im Winter wirft die alte Glühbirne über mir ein dünnes, orangefarbenes Licht, fast wie Kerzenschein, und mein Atem steht beim Üben als kleine Wolke im Raum. Im Sommer wird derselbe Verschlag so stickig, dass ich am liebsten die Wand rausreißen würde.
An einem Februarmorgen hat mich das kalte Metall des Mundstücks regelrecht überrascht, noch bevor überhaupt ein Ton kam, die Lippen zogen sich zusammen wie bei einem Schluck eiskaltem Wasser. Genau in dieser Phase habe ich mich gefragt, welches Mundstück für Trompete Anfänger überhaupt taugt, denn meines fühlte sich an wie ein Eiswürfel mit Löchern.
Hedwig am Gartenzaun und das Telefonat mit meiner Schwester
Hedwig, meine Nachbarin, steht manchmal am Gartenzaun, wenn ich gerade wieder einen Ton verhauen habe. Von Musik versteht sie nichts, das gibt sie offen zu, aber sie hört geduldig zu, wenn ich ihr erzähle, wie schief mein B ausgekommen ist.
Am Telefon mit meiner Schwester letzte Woche lief im Hintergrund gerade mein langer Ton auf dem hohen C, und sie fragte doch tatsächlich, ob ich das Radio angelassen hätte. Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Es klingt allmählich wie ein Instrument und nicht mehr wie ein Unfall.
Zum Ausklang drehe ich oft eine Runde durchs Mühlenhof-Freilichtmuseum, um die Ohren nach dem Üben wieder freizubekommen. Die alten Gebäude dort haben nichts mit Trompeten zu tun, aber genau das macht den Kopf wieder leer.
Was der Kurs erklärt und was ich mir selbst beibringen muss
Der Ansatz kommt im Kurs früh dran, und genau da wäre ich beinahe gescheitert: Eine Stunde am Stück ohne Pause klingt nach Fleiß, ist aber der direkte Weg zu einem Trompete Ansatz richtig zu trainieren-Totalausfall, wie ich schmerzhaft gelernt habe. Der meineMusikschule Kurs erklärt genau das in aller Ruhe – nur hätte ich vorher nicht gedacht, wie wichtig diese Reihenfolge ist.
Die Atemstütze ist ein eigenes Kapitel, das mich anfangs regelrecht überrumpelt hat – Muskeln, von denen ich nicht wusste, dass ich sie überhaupt besitze, haben sich nach den ersten Lektionen mit einem ordentlichen Muskelkater gemeldet. Ein richtiges Einspielen vor jeder Übung gehört mittlerweile dazu, auch wenn ich es an manchen Abenden gerne überspringen würde.
Wie oft ich tatsächlich übe, schwankt von Woche zu Woche stärker, als mir lieb ist – manche Tage nur zehn Minuten, andere fast eine Stunde, aber eben mit Pausen dazwischen. Die Ventile brauchen inzwischen auch regelmäßig einen Tropfen Öl, sonst hakt es beim Spielen unangenehm.
Volker aus einem deutschen Trompeten-Forum schreibt mir inzwischen fast wöchentlich lange Beiträge über seine eigenen Fortschritte, manchmal mit einem Foto vom Mundstück oder der Ventilöl-Flasche dazu. Er hat mit der Rente angefangen, genau wie ich, und irgendwie tut es gut zu wissen, dass da noch jemand mit tauben Lippen am Küchentisch sitzt.
Hätte es nicht auch Schlagzeug oder Cajon getan?
Manchmal, wenn ein Ton mal wieder nur rausgequetscht klingt, schiele ich zu den Alternativen. Bei derselben Musikschule gibt es auch den meineMusikschule Schlagzeug Kurs, und für alle, die lieber einmalig zahlen, den RudiHein Schlagzeug-Kompaktkurs mit einem Jahr Zugang.
Sogar der martin0852 Cajon-Kurs war kurz im Rennen – seit 2018 stabil am Markt, mit über 160 Videos, und garantiert leiser für die Nachbarn als mein Blech. Aber die Trompete hat diese Seele, die mich schon in der Kirche gepackt hat, und ein Cajon hätte daran nichts geändert.
Mein Anfänger-Tagebuch: Wo ich in Woche sechs stehe
Die B-Dur-Tonleiter kommt inzwischen fast durch, ohne dass ein einziger Ton kippt, und das hohe C reißt nicht mehr ab wie ein Faden, der zu früh reißt. Es fühlt sich an wie der Versuch, nach Jahren wieder in Schönschrift zu schreiben – die Hand weiß eigentlich noch, wie es geht, aber die ersten Buchstaben werden trotzdem krumm.
Der Kaffee neben mir im Gartenhaus ist heute wieder kalt geworden, weil ich probeweise noch eine Tonleiter drangehängt habe. Genau das ist wohl das Zeichen, dass es sich lohnt, dranzubleiben, auch wenn kein Tag wie der andere klingt.
Falls du auch mit über 50 überlegst, endlich ein Instrument zu lernen: Trau dich, auch wenn die ersten Wochen wehtun. Hier kannst du dir den Kurs anschauen, mit dem ich angefangen habe: Trompete lernen bei meineMusikschule. So, jetzt geht's aber zurück ins Gartenhaus – die B-Dur-Tonleiter wartet nicht auf mich.