Erste Trompete

Miles Davis Sound auf der Trompete: Tipps für einen sanften Klang als Anfänger

Sonntagabend im Gartenhaus. Draußen am Rand des Münsterlandes zirpen die Grillen fast lauter als mein zaghaftes Anblasen. Ich sitze hier mit meiner silbernen Gebrauchten vom Nachbarn und versuche diesen einen Ton aus 'Blue in Green' zu treffen – diesen Hauch, der nach Melancholie und spätem Rotwein klingt, statt nach Jagdsignal.

Bevor ich dir aber erzähle, warum ich heute fast die Amseln vom Dach geblasen hätte, ein kleiner Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis rein gar nichts. Ich empfehle hier nur den Kurs, den ich selbst gerade im Gartenhaus durcharbeite.

Vom Finanzamt zur Trompete: Mein Weg zum sanften Ton

Du weißt ja, wie es war. Nach dem 50. Geburtstag und dem Abschied aus dem Finanzamt – nach all den Jahren voller Paragraphen und starren Strukturen – wollte ich endlich mal etwas machen, das nicht in Aktenordner passt. Die Trompete stand schon ewig auf meiner geheimen Liste, aber die Blockflöten-Traumata aus der Schulzeit saßen tief. Ich hielt mich für absolut unmusikalisch. Bis ich diese alte Kanne vom Nachbarn für ein paar Euro übernahm.

Ich hatte kurz überlegt, ob ich lieber mit dem Schlagzeug anfange, so wie meine Tochter damals als Teenager, oder vielleicht mit einem Cajon, weil das leiser ist. Aber tief in mir drin war immer dieser Klang aus der Kirche – dieses Strahlende, aber eben auch das Sanfte, das ich bei Miles Davis so liebe. Also sitze ich jetzt hier, Woche für Woche, und versuche, meine Atmung zu bändigen.

Es ist gar nicht so einfach. Wenn ich jahrzehntelang komplexe Steuererklärungen prüfen konnte, werde ich ja wohl lernen, meine Atmung so zu dosieren, dass kein Jagdhorn-Signal dabei herauskommt – das dachte ich zumindest am Anfang. Die Realität im Gartenhaus sieht oft anders aus. Da kämpfe ich mit dem Ansatz und frage mich, warum meine Lippen nach zehn Minuten schon schlapp machen.

Der Miles Davis Sound: Warum 'leise' eigentlich 'schwer' bedeutet

Mein großes Vorbild ist natürlich das Album Kind of Blue von 1959. Dieser Sound ist so luftig, fast wie ein Flüstern. Als Anfängerin dachte ich: Weniger Pusten ist gleich weniger Lautstärke ist gleich Miles. Weit gefehlt! Um einen Ton so stabil und gleichzeitig so zart zu halten, braucht man eigentlich mehr Kontrolle als für ein lautes Schmettern.

Ich habe gemerkt, dass meine Standard-Perinet-Trompete mit ihren 3 Ventilen mir erst einmal alles abverlangt. Es ist eine in B gestimmte Trompete, wie die meisten Anfängermodelle. Warum die Trompete in B gestimmt ist, habe ich ja neulich erst gelernt – es macht das Notenlesen am Anfang nicht gerade intuitiver, wenn man vom Klavier oder der Blockflöte kommt.

An einem schwülen Sonntagabend im Juli – also heute – habe ich versucht, den Luftstrom ganz schmal zu machen. Es ist, als würde man eine Kerze ausblasen wollen, die drei Meter weit weg steht, ohne dass die Flamme flackert. Der metallische Geruch des Ventilöls an meinen Fingern vermischt sich dabei mit dem Duft von frisch gemähtem Gras, das durch das offene Fenster des Gartenhauses weht. Es ist ein friedlicher Moment, bis der Ton kippt.

Das Problem mit der Zahnspange: Ein Hindernis, über das kaum einer spricht

Hier kommt jetzt etwas, das ich so in keinem Standard-Lehrbuch gefunden habe, das mich aber fast zur Verzweiflung getrieben hätte. Ich trage seit Anfang des Jahres eine festsitzende Zahnspange – ja, auch mit 50 leistet man sich so etwas noch für das perfekte Lächeln in der Rente. Aber für die Trompete ist das ein echtes Problem.

Normale Tipps zum Ansatz sagen dir: 'Drück das Mundstück fest an die Lippen.' Wenn du aber Metall auf den Zähnen hast, schneidet dir das Mundstück die Innenseite der Lippen auf, sobald du etwas mehr Druck gibst. Das tut höllisch weh und verdirbt jedem den Spaß am Üben. Ich habe ewig experimentiert, wie ich das lösen kann.

Mein Trick ist jetzt eine spezielle Schutzfolie oder einfaches Dentalwachs, das ich über die Brackets klebe. Aber der eigentliche Schlüssel zum Miles-Sound war die Erkenntnis: Ich darf gar nicht drücken! Wenn ich versuche, hohe Töne zu lernen ohne festzudrücken, schone ich nicht nur meine Lippen, sondern komme diesem sanften Klang viel näher. Der Druck kommt aus der Stütze, also aus dem Bauchraum, nicht von der Hand, die das Instrument gegen das Gesicht presst.

Tipps für den sanften Einstieg: Meine Erfahrungen nach sechs Wochen

Nach etwa sechs Wochen intensivem Üben im Gartenhaus habe ich ein paar Dinge gelernt, die mir helfen, nicht wie eine voreilige Postkutsche zu klingen:

Was mir wirklich geholfen hat, die Struktur nicht zu verlieren, ist mein Online-Kurs. Ich brauche jemanden, der mir sagt: 'Heute machst du nur das tiefe G.' Ohne diesen roten Faden würde ich wahrscheinlich nur wild herumprobieren. Ich nutze dafür meineMusikschule Trompete. Es ist toll, weil ich die Videos im Gartenhaus auf dem Tablet schauen kann und genau sehe, wie der Lehrer seine Lippen hält.

Wenn es mal nicht klappt: Die Amsel und das tiefe C

Man darf sich nicht täuschen lassen – es gibt diese Momente, da will gar nichts. Letzten Mittwoch war so ein Tag. Ich war müde, der Kopf noch voll mit Gedanken an die letzte Steuerprüfung, die ich vor der Rente abgegeben habe. Ein Versuch, ein tiefes C besonders sanft zu spielen, endete in einem heiseren Quietschen, das eine Amsel erschreckt vom Dach meines Gartenhauses fliegen lässt.

Ich habe dann einfach die Trompete abgesetzt, das Wasser aus der Wasserklappe abgelassen und mir erst mal einen Tee gemacht. Manchmal ist der Ansatz einfach 'durch'. Nach zwanzig Minuten Üben spüre ich oft dieses seltsame Kribbeln in den Lippen, das sich anfühlt wie tausend winzige Nadelstiche. Früher hätte ich gedacht, ich mache was kaputt. Heute weiß ich: Das ist der Muskel, der gerade Schwerstarbeit leistet. Es fühlt sich irgendwie auch nach Fortschritt an.

Warum ich nicht zum Schlagzeug gewechselt bin

Ich hatte ja kurz überlegt, ob Schlagzeug nicht einfacher wäre. Keine Lippenprobleme, kein Quietschen. Aber wenn ich ehrlich bin: Ich wollte diesen einen speziellen Ton. Den, der im Raum stehen bleibt. Wer sich eher zur Rhythmus-Seite hingezogen fühlt, für den ist meineMusikschule Schlagzeug sicher eine fantastische Alternative – meine Tochter hätte es geliebt. Und wenn man es ganz leise mag, ist vielleicht ein Cajon-Kurs das Richtige.

Aber für mich bleibt es die Trompete. Auch wenn ich im Gartenhaus übe, damit die Nachbarn nicht klopfen. Es hat etwas Meditatives, sich nur auf diesen einen Luftstrom zu konzentrieren. Wenn der Ton dann doch mal sauber schwingt, ganz ohne Druck und ohne Schmerzen an der Zahnspange, dann fühlt sich diese neue Freiheit in der Frührente genau richtig an.

Falls du auch gerade überlegst, mit 50 noch mal ganz neu anzufangen: Trau dich. Es muss nicht perfekt sein. Es muss nur für dich klingen. Ich werde jetzt noch ein bisschen an meinen Fingerübungen arbeiten, damit die Griffe für die nächste Tonleiter sitzen. Wenn du Lust hast, schau dir doch mal den Kurs an, mit dem ich lerne: Hier geht es zu meineMusikschule Trompete. Vielleicht hören wir uns ja mal irgendwann – ganz sanft natürlich.

Deine (trompetende) Schwester aus dem Münsterland.

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