Erste Trompete

Was tun gegen Frust beim Instrument lernen als Späteinsteigerin im Ruhestand

Was tun gegen Frust beim Instrument lernen als Späteinsteigerin im Ruhestand
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Sonntagabend im Münsterland. Es dämmert schon über den Feldern, ich sitze mit einem Glas Wein am Schreibtisch und meine Finger riechen immer noch nach diesem ganz speziellen, metallischen Ventilöl — ein Geruch, der mich mittlerweile durch die ganze Woche begleitet. Wenn ich beim Abendbrot das Brot schneide, weht mir immer ein Hauch von Messing um die Nase.

Eigentlich wollte ich dir schon früher schreiben, aber die letzte Woche war... nun ja, musikalisch eher ein Satz mit X. Kennst du das, wenn man sich etwas so sehr vornimmt, dass man förmlich spürt, wie der eigene Ehrgeiz einem die Kehle zuschnürt?

Ich saß gestern in meinem Gartenhaus — mein kleiner Rückzugsort, damit die Nachbarn nicht direkt die Polizei rufen, wenn ich versuche, einen Ton sauber zu halten — und wollte unbedingt den Anfang von So What aus Miles Davis' Kind of Blue hinkriegen. Und was passierte? Nichts. Ein gequältes Quietschen, ein Ton, der eher nach einer kranken Ente klang als nach Jazz-Legende. Und als Krönung fing der Hund des Nachbarn an zu jaulen. Er ist ja eigentlich ein ganz Lieber, aber mein „Ansatz“ scheint ihn in den Wahnsinn zu treiben.

Bevor ich dir erzähle, wie ich mich aus diesem Loch wieder rausgezogen habe: Ein kleiner Hinweis, weil ich ja jetzt öfter über meine Kurse schreibe. In diesem Text sind Affiliate-Links enthalten. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine Provision, aber für dich kostet es keinen Cent mehr. Ich empfehle hier nur Sachen, die ich selbst im Gartenhaus nutze und für gut befunden habe. Hier ist meine Offenlegung.

Vom Finanzamt an die Trompete — Warum ich mir das antue

Manchmal frage ich mich selbst, was mich geritten hat. Da gehe ich mit 50 in die Frührente, habe endlich Zeit, könnte im Garten buddeln oder stricken — und was mache ich? Ich kaufe dem Nachbarn seine alte, gebrauchte Trompete ab. Wahrscheinlich war es eine Kurzschlussreaktion zum Geburtstag.

Früher, in der Kirche, da hat mich dieser strahlende Klang immer so berührt. Ganz anders als die Blockflöte in der Schule. Weißt du noch? Die barocke Flöte mit ihren 8 Grifflöchern, an der ich kläglich gescheitert bin? Danach dachte ich jahrzehntelang, ich sei unmusikalisch. Totaler Quatsch eigentlich, wenn man bedenkt, dass ich mein ganzes Leben lang Clifford Brown und Miles Davis gehört habe.

Nahaufnahme der Reinigung einer silbernen Trompete mit einer Bürste in einem rustikalen Waschbecken.

Kurz habe ich überlegt, mit dem Schlagzeug anzufangen — unsere Tochter wollte als Teenager ja mal eins und das steht noch auf dem Dachboden. Oder vielleicht ein Cajon, weil das leiser ist und man es in der Wohnung spielen kann. Aber am Ende siegte das Herz über den Verstand (und über die Ohren der Nachbarn). Ich wollte dieses silbrig glänzende Ding beherrschen.

Aber der Frust kam schnell. Ich habe Jahrzehnte lang Steuererklärungen sortiert, da werde ich doch wohl drei Ventile in der richtigen Reihenfolge drücken können — das war mein innerer Monolg. Aber die Trompete ist keine Steuererklärung. Sie verzeiht keine Hektik und erst recht keine schlechte Laune.

Das Problem mit dem Ansatz: Wenn die Lippe einfach nicht will

Der größte Frustfaktor am Anfang? Ganz klar der Ansatz. Man denkt, man pustet da einfach rein und es kommt Musik raus. Pustekuchen. Nach zwanzig Minuten zu festem Pressen des Mundstücks hatte ich dieses taube, kribbelnde Gefühl in der Oberlippe. Es ist ein körperliches Training, das man nicht erzwingen kann. Die Lippenmuskulatur muss wachsen wie ein Bizeps im Fitnessstudio.

Wenn es dann gar nicht mehr ging, habe ich oft mit dem Gedanken gespielt, doch aufzugeben. „Vielleicht wäre ein Cajon-Kurs doch die bessere Wahl gewesen“, dachte ich dann, während ich frustriert den Speichel aus der Wasserklappe abließ. Aber dann schaue ich mir meine Trompete an — eine klassische B-Trompete, so wie sie fast jeder Anfänger spielt — und weiß: Das ist mein Instrument.

Ein wichtiger Punkt, den ich lernen musste: Die Trompete muss auch mal „atmen“. Wenn die Töne nur noch muffig klingen, liegt es oft gar nicht an mir, sondern an den Ablagerungen im Inneren. Wichtiges Trompete Zubehör für Anfänger wie eine flexible Reinigungsbürste hat mir da echt den Hintern gerettet.

Die Enkel-Falle: Warum starre Übepläne für uns nicht funktionieren

Überall liest man: „Üben Sie jeden Tag zur gleichen Zeit 60 Minuten.“ Ja, schön wär's! Als Oma mit regelmäßiger Betreuungspflicht für die Enkelkinder ist das völlig utopisch. Wenn die Kleinen da sind, kann ich nicht für eine Stunde im Gartenhaus verschwinden.

Anfangs hat mich das wahnsinnig frustriert. Ich dachte, ich verliere alles, was ich mir mühsam aufgebaut habe, wenn ich mal zwei Tage aussetze. Aber dann kam die Erkenntnis: Mikro-Einheiten sind die Rettung.

Diese Flexibilität hat den Druck rausgenommen. Es muss nicht die perfekte Stunde sein. Es reicht, wenn das Messing jeden Tag kurz die Lippen berührt.

Ein offenes Notizbuch mit handgeschriebenen Übungserfolgen und eine Flasche Ventilöl auf einem Schreibtisch.

Struktur statt Chaos — Mein Weg aus der Sackgasse

Der Wendepunkt kam Mitte April, als ich merkte, dass ich nur noch planlos vor mich hin blies. Ich brauchte einen roten Faden. Da ich keine Lust hatte, jede Woche zu festen Zeiten in eine Musikschule zu fahren (wieder das Enkel-Thema!), habe ich mich für einen Online-Kurs entschieden.

Ich mache jetzt den Kurs von meineMusikschule Trompete. Das Tolle daran ist das Monatsabo — wenn ich merke, dass es im Hochsommer mit den Gartenarbeiten und den Ausflügen zu viel wird, kann ich einfach kündigen. Aber momentan hilft es mir enorm, weil ich Schritt für Schritt lerne, wie man die erste Tonleiter sauber spielt, ohne dass der Hals verkrampft.

Ganz ehrlich? Ohne diese Anleitung hätte ich das Ding wahrscheinlich schon längst in den Keller zu den alten Steuersäcken gestellt. Falls du doch eher der Rhythmus-Typ bist (wie deine Tochter damals), gibt es dort auch einen Schlagzeug-Kurs, aber für mich bleibt die Trompete die Königin.

Sonntagabend-Fazit: Der lange Atem

Wenn ich jetzt auf die letzten neun Monate zurückblicke — vom kalten November, als ich die Trompete zum ersten Mal in den Händen hielt, bis heute — dann sehe ich den Fortschritt. Nicht in riesigen Sprüngen, sondern in kleinen, mühsamen Zentimetern.

Manchmal vergesse ich beim Üben sogar das Stimmen. Dabei ist es so wichtig, wie ich neulich gelernt habe: Trompete richtig stimmen ist kein Hexenwerk, wenn man weiß, wie man den Stimmzug nutzt. Es sind diese technischen Kleinigkeiten, die den Frust minimieren.

Was ich dir eigentlich sagen will: Der Frust gehört dazu. Er ist wie eine schlechte Steuerprüfung — man muss da durch, man muss die Belege sortieren, und am Ende kommt meistens doch ein vernünftiges Ergebnis raus.

Ich werde jetzt noch ein bisschen Clifford Brown hören, mir die Lippen mit etwas Balsam pflegen und mich auf die nächste Woche freuen. Vielleicht klappt es dann ja mit dem sauberen G im Gartenhaus, ohne dass der Nachbarshund mitsingt.

Alles Liebe aus dem Münsterland,
Deine große Schwester

P.S.: Falls du auch mal reinschnuppern willst, schau dir den Kurs mal an. Es ist nie zu spät für den ersten sauberen Ton: Hier geht's zu meinem Trompeten-Kurs.

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