Erste Trompete

Cajon lernen für Anfänger: Meine leise Rettung, wenn die Trompete Pause braucht

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Cajon lernen für Anfänger: Meine leise Rettung, wenn die Trompete Pause braucht

Sonntagabend am Rande von Münster. Die Sonne versinkt gerade hinter den Feldern, und ich sitze hier in meinem Gartenhaus mit einem Glas Holunderschorle und brennenden Lippen. Heute war so ein Tag, an dem das hohe G einfach nicht kommen wollte – stattdessen kam nur ein kläglicher, gequälter Ton, der klang, als würde man einer Ente auf den Schwanz treten.

Bevor ich dir aber erzähle, wie ich diese Woche fast meine Trompete gegen eine Häkelnadel getauscht hätte, ein kurzer Hinweis für dich: In diesem Text findest du ein paar Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut gar nichts. Ich empfehle hier nur Sachen, die ich selbst zwischen Gartenhaus und Küchentisch getestet habe, um mein Abenteuer mit 50 irgendwie auf Kurs zu halten. Hier findest du meine Offenlegung.

Wenn der Traum von Miles Davis an der Realität (und den Nachbarn) scheitert

Du weißt ja, wie sehr ich meine gebrauchte Trompete liebe. Dieses Goldstück vom Nachbarn, das ich mir zum 50. gegönnt habe, riecht nach altem Metall und ein bisschen nach Keller-Muff, aber es ist mein Tor zur Welt von Clifford Brown. Doch seien wir ehrlich: Das Ding ist laut. Unbarmherzig laut. Besonders wenn man wie ich noch in der Phase ist, in der man eher „Luft durch ein Rohr presst“ als wirklich Musik macht.

Letzten Dienstag, es war ein herrlicher Junitag, wollte ich im Gartenhaus so richtig loslegen. Ich hatte mir fest vorgenommen, an meinem Übungsplan festzuhalten. Aber kaum hatte ich die ersten Töne von „So What“ angestimmt – na ja, sagen wir, ich habe es versucht –, sah ich die Nachbarin von gegenüber unruhig an ihren Rosen zupfen. Dieses schlechte Gewissen, das man als ehemalige Finanzbeamtin irgendwie im Blut hat, sprang sofort an. Man will ja niemanden belästigen, erst recht nicht mit 50, wenn man eigentlich die Ruhe genießen sollte.

Nahaufnahme eines Trompetenmundstücks auf einem Holztisch mit Übungstagebuch

Die Entdeckung der Holzkiste: Warum Cajon?

Ich erinnerte mich an den Januar zurück, als ich das erste Mal über eine Alternative nachdachte. Damals peitschte der Regen gegen die Scheiben und ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen. Ich brauchte etwas Leises. Etwas, das mir hilft, diesen verflixten Rhythmus endlich in den Körper zu bekommen. Denn mein größtes Problem bei der Trompete ist nicht nur der Ansatz, sondern dass ich beim Zählen ständig aus der Kurve fliege. Ich bin halt ein Kopfmensch, typisch Schreibtisch-Täterin.

Die Lösung war eine Kiste aus Holz. Ein Cajon. Es sieht aus wie ein kleiner Hocker, auf dem man früher im Finanzamt vielleicht Akten sortiert hätte, aber es ist ein vollwertiges Schlagzeug in einer Box. Man setzt sich einfach drauf und trommelt mit den Händen. Keine Stöcke, kein Lärm, der die ganze Siedlung aufschreckt. Man kann es sogar ganz sanft mit den Fingerspitzen spielen, fast wie eine Meditation.

Damals im Februar hatte ich ja diesen kläglichen Versuch mit einem alten Aktenkarton gestartet – du erinnerst dich vielleicht, wie der Boden riss und meine Steuerunterlagen von 2004 über den Teppich flogen. Das war der Moment, in dem ich wusste: Wenn ich das ernst meine, brauche ich Struktur. Also habe ich mir im Frühjahr ein echtes Cajon besorgt und angefangen, mit dem Cajon-Kurs von Martin zu üben. Über 160 Videos, die einem Schritt für Schritt zeigen, wie man aus Holz Töne zaubert.

Rhythmus ist die halbe Miete (auch für Trompeter!)

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Mensch, willst du jetzt Trommel-Profi werden?“ Nein, natürlich nicht. Aber weißt du, was das Verrückte ist? Seit ich regelmäßig auf dem Holz klopfe, klappt es auch mit der Trompete besser. Dieses Gefühl für den „Beat“, das mir früher völlig fehlte, sickert langsam ein. Wenn ich jetzt versuche, die Einführung aus Kind of Blue zu spielen, höre ich innerlich den Rhythmus, den ich auf dem Cajon gelernt habe.

Es ist wie beim Fahrradfahren nach zwanzig Jahren Pause: Zuerst wackelt alles, man hat Angst umzufallen, aber irgendwann übernimmt der Körper die Führung. Das Cajon hat mir geholfen, nicht mehr nur mit dem Kopf zu zählen (eins-und-zwei-und-drei...), sondern den Takt in den Händen zu spüren. Wenn meine Lippen vom Trompete-Spielen so richtig taub sind – und glaub mir, das passiert nach 15 Minuten immer noch –, dann setze ich mich auf meine Kiste und trommle den Frust einfach weg.

Hände beim Trommeln auf der Kante eines hölzernen Cajons

Der Kosten-Check der Finanzbeamtin a.D.

Ich kann es nicht lassen, ich musste die Zahlen natürlich wieder gegenüberstellen. Meine Investition in die Musikwelt sieht in diesem Halbjahr so aus:

Wenn man bedenkt, was manche Leute für ein Fitnessstudio ausgeben, in das sie nie gehen, ist das hier ein Schnäppchen für die Seele. Und das Beste am Cajon: Man braucht außer seinen Händen nichts. Kein Strom, kein Öl, kein Gejammer wegen schiefer Töne. Man schlägt drauf, und es klingt nach Rhythmus.

Die Sache mit der Lautstärke und dem Dämpfer

Trotzdem wollte ich die Trompete nicht ganz aufgeben, nur weil die Nachbarn vielleicht empfindlich sind. Ich habe mir zusätzlich einen Übungsdämpfer besorgt. Meine Erfahrungen mit dem Dämpfer waren erst mal gewöhnungsbedürftig – es fühlt sich an, als würde man versuchen, durch einen Strohhalm zu atmen, während man einen Marathon läuft. Der Widerstand ist enorm.

Aber das Cajon bleibt meine Geheimwaffe für die späten Abendstunden. Wenn es draußen dunkel wird und die Vögel im Münsterland verstummen, ist das sanfte „Pock-Pock“ auf dem Holz wie ein leises Herzklopfen. Es ist mein Weg, musikalisch zu bleiben, ohne dass gleich jemand an den Zaun klopft. Es ist eine andere Art von Freiheit als der strahlende Ton der Trompete, aber sie ist genauso wertvoll.

Gemütliche Übungsecke im Gartenhaus mit Notenständer und Cajon

Mein Fazit für diese Woche

Diese Woche war hart. Mein Ansatz war schief, das Mundstück fühlte sich fremd an, und ich hatte das Gefühl, ich mache keine Fortschritte. Aber dann habe ich mich gestern Abend einfach mal 20 Minuten nur auf das Cajon gesetzt. Ohne Noten, ohne Druck. Nur ich und das Holz.

Und siehe da: Als ich heute Morgen die Trompete wieder in die Hand nahm, fühlte sich alles ein bisschen leichter an. Wer hätte gedacht, dass man mit 50 noch mal so viel über sich selbst lernt? Dass man erst mal auf eine Kiste hauen muss, um den langen Atem für das Blech zu finden.

Falls du auch so eine „Lärm-Angst“ hast oder einfach merkst, dass dein Taktgefühl eher einer defekten Schreibmaschine gleicht, dann schau dir das mit dem Cajon mal an. Es nimmt den Druck raus – physisch und mental. Ich kann dir den Kurs von Martin wirklich ans Herz legen, er erklärt das so herrlich unaufgeregt. Und wenn du doch lieber beim Gold bleibst, ist der Trompeten-Kurs von meineMusikschule mein absoluter Anker. Da fühle ich mich nicht ganz so allein mit meinen quietschenden Tönen.

Ich gehe jetzt mal schauen, ob ich noch ein bisschen „Bass“ aus meinem Holzhocker kitzeln kann, bevor ich den Abend ausklingen lasse. Bis nächsten Sonntag!

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