
Es war dieser eine Januarmorgen – der 4. Januar, um genau zu sein –, an dem ich im Gartenhaus saß und dieses verkratzte Stück Messing anstarrte. Draußen am Rand des Münsterlands lag noch dieser graue Raureif auf den Rosen, und drinnen roch es nach altem Holz und ganz intensiv nach Ventilöl. Ich hatte die gebrauchte Kanne für 120 Euro meinem Nachbarn abgekauft und fragte mich ernsthaft, ob man mit 50 wirklich noch lernt, die Lippen so vibrieren zu lassen, dass es nicht nach einer sterbenden Ente klingt.
Bevor ich dir aber erzähle, wie ich meine Nachbarn (hoffentlich nicht) in den Wahnsinn getrieben habe: Ein kleiner Hinweis. In diesem Text stecken Links zu den Kursen, die ich nutze. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine Provision. Für dich kostet es keinen Cent mehr, aber es hilft mir, mein Notenmaterial zu finanzieren. Ich empfehle nur, was ich im Gartenhaus selbst auf dem Pult stehen habe. Hier ist meine Offenlegung.
Der Sprung ins kalte Messing-Becken
Du weißt ja, wie das ist. Nach der Frühpensionierung vom Finanzamt dachten alle, ich würde jetzt nur noch Marmelade einkochen. Aber jedes Mal, wenn Miles Davis mit „So What“ durch mein Wohnzimmer schlich, spürte ich dieses Ziehen. In der Schule hieß es damals: Blockflöte. Danach hielt ich mich für unmusikalisch – ein Urteil, das man mit 12 Jahren fällen lässt und dann 38 Jahre mit sich herumschleppt. Aber zum 50. Geburtstag wollte ich es wissen.
Ich hatte kurz überlegt, mit dem Schlagzeug anzufangen, weil meine Tochter als Teenager mal eins wollte – es gibt da ja tolle Sachen wie meineMusikschule Schlagzeug oder den RudiHein Schlagzeug-Kompakt Kurs. Sogar über ein Cajon habe ich nachgedacht, weil man da mit dem Cajon-Kurs von Martin so schön leise üben kann. Aber dann erinnerte ich mich an den Klang der Trompeten in der Lambertikirche. Dieser strahlende, klare Ton. Das wollte ich auch.
Also saß ich da. Der metallische Geschmack des Mundstücks auf den Lippen war anfangs so fremd. Und dieser Geruch! In der kalten Luft des Gartenhauses riecht das Messing und das Öl fast ein bisschen streng, fast wie in einer alten Werkstatt. Ich habe mich dann für meineMusikschule Trompete entschieden. Warum? Weil ich als ehemalige Finanzbeamtin Struktur brauche. Ich kann nicht einfach „drauflosblasen“. Ich brauche einen Plan, der mir sagt: „Heute machst du das, morgen das.“
Woche 3: Die blaue Lippe und der Frust
Es lief natürlich nicht alles glatt. In Woche 3 (Mitte Januar) wollte ich unbedingt einen hohen Ton erzwingen. Ich dachte, wenn ich nur fest genug drücke, kommt das hohe C von ganz allein. Das Ende vom Lied: Ich presste das Mundstück so brutal gegen mein Gesicht, dass ich drei Tage lang eine kleine, bläuliche Stelle an der Oberlippe hatte. Ich sah aus, als hätte ich mich im Gartenhaus mit einer Astschere geprügelt.
Genau in diesem Moment dachte ich kurz: „Mensch, hättest du doch das Cajon genommen, da muss man nur draufhauen und es tut nicht so weh.“ Aber dann habe ich die Lektion über den Atem ohne Noten nochmal angeschaut. Man lernt eben erst mit 50, dass Gewalt beim Instrument nichts bringt. Es geht um die Luft, nicht um den Druck.
Die nackten Zahlen (Die Beamtin in mir grüßt)
Ich habe mal nachgerechnet, wie sich die ersten vier Monate (bis zum 26. April) für mich gestaltet haben. Ich mag es einfach, wenn die Dinge schwarz auf weiß stehen:
- Anschaffungskosten gebrauchte Trompete: 120 Euro
- Monatliche Kursgebühr (meineMusikschule): 19 Euro
- Gesamtkosten Online-Kurs für 4 Monate: 76 Euro
- Übungstage pro Woche: 5 (Mittwoch ist Markttag, Sonntag ist Ruhetag)
- Gesamte Übungseinheiten bisher: 80 Einheiten
- Investition pro Übungseinheit: 0,95 Euro
Weniger als ein Euro pro Tag für den Traum, irgendwann mal Clifford Brown nachzuspielen? Das ist ein Deal, den ich beim Finanzamt sofort durchgewunken hätte.
Der Durchbruch in Woche 7
Der 15. Februar war mein persönlicher Feiertag. Nach etwa anderthalb Monaten systematischer Arbeit mit den Videos kam er plötzlich: der erste saubere C-Dur-Akkord. Ohne Quietschen. Ohne dieses heisere Krächzen, das mich an meine ersten Versuche in Woche 1 erinnerte.
Nach den ersten 15 Minuten der Übungen im Online-Kurs fühlten sich meine Gesichtsmuskeln oft kribbelnd an, fast taub, als hätte ich zu viel gelacht oder Kaugummi gekaut. Aber dieser eine klare Ton war unbezahlbar. Es ist ein Gefühl, als würde man nach Jahren des Schwimmens im Trüben plötzlich den Boden unter den Füßen spüren.
Warum online lernen? (Die Sache mit der Disziplin)
Ich werde oft gefragt, warum ich nicht zur Musikschule hier im Ort gehe. Ganz ehrlich? Ich genieße die Freiheit. Wenn ich morgens um acht im Schlafanzug (mit Mantel drüber) ins Gartenhaus husche, will ich keinen Lehrer sehen, der mich korrigiert. Der Online-Kurs von meineMusikschule Trompete bietet mir genau diese Flexibilität.
Aber – und das ist das große Aber – man braucht Disziplin. Niemand klopft an die Tür, wenn du mal keine Lust hast. Online-Kurse bieten eine höhere zeitliche Flexibilität für den Alltag, erfordern jedoch ein deutlich höheres Maß an Selbstdisziplin im Vergleich zum festen Rhythmus eines persönlichen Präsenzunterrichts. Mir hilft mein Tagebuch. Jeden Sonntagabend schreibe ich auf, was geklappt hat.
Kleinigkeiten, die man erst beim Üben lernt
Wusstest du, wie oft man diese Wasserklappe leeren muss? Für jemanden, der noch nie ein Blasinstrument gespielt hat, ist das anfangs echt gewöhnungsbedürftig. Es ist eben kein Speichel (rede ich mir zumindest ein), sondern Kondenswasser. Aber es gehört dazu, genau wie das regelmäßige Ölen der Ventile. Wenn das zweite Ventil hängt, ist der Frustfaktor bei einer gebrauchten Trompete riesig. Ein Tropfen Öl bewirkt da Wunder.
Ich übe jetzt oft Lippenbindungen. Das ist anstrengend, aber es ist die Basis für alles. Wenn ich dann mal eine Pause mache, schaue ich aus dem Fenster des Gartenhauses, trinke einen Schluck lauwarmen Kaffee und freue mich, dass die Nachbarn noch nicht geklopft haben, um sich zu beschweren.
Mein Fazit nach 16 Wochen
Heute ist der 26. April, Sonntagabend. Ich blicke auf 80 Übungseinheiten zurück. Ich bin noch lange keine Profi-Musikerin, und Miles Davis muss sich im Grab nicht umdrehen – noch nicht. Aber ich bin nicht mehr die „unmusikalische“ Finanzbeamtin. Ich bin eine Frau mit einer Trompete, die weiß, wie man einen Ton formt.
Wenn du auch überlegst, spät einzusteigen: Tu es. Der Online-Weg ist günstig und diskret (besonders wenn man ein Gartenhaus hat). Ob du dich nun für die Trompete entscheidest oder vielleicht doch lieber mit dem Cajon-Kurs startest, ist eigentlich egal. Hauptsache, du fängst an. Das Gefühl, wenn der erste Ton wirklich sauber steht, ist jede blaue Lippe wert.