Erste Trompete

Richtig mit dem Metronom Trompete üben für ein besseres Taktgefühl

Richtig mit dem Metronom Trompete üben für ein besseres Taktgefühl

Ich sitze hier an diesem schwülen Sonntagabend in meinem Gartenhaus am Rand des Münsterlandes, die gebrauchte Trompete liegt schwer in meiner Hand, und ich starre auf dieses kleine, unerbittlich tickende Gerät. Es ist mein Metronom. Und heute hat es mir wieder einmal gnadenlos gezeigt, dass mein Rhythmusgefühl aktuell eher an eine defekte Schreibmaschine erinnert als an den entspannten Groove von Miles Davis.

Hinweis: Mein kleiner Blog enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur, was ich im Gartenhaus selbst ausprobiere und was mir als Ü-50-Anfängerin wirklich hilft. Hier ist meine Offenlegung.

Vom Paragraphen-Dschungel zum Vierteltakt

Du weißt ja, als ehemalige Finanzbeamtin liebe ich Struktur. Ordnung ist für mich kein Fremdwort, aber Musik? Das war für mich immer ein Buch mit sieben Siegeln. Nach dem Blockflöten-Trauma in der Schule dachte ich Jahrzehnte lang, ich sei absolut unmusikalisch. Aber jetzt, mit 50, wollte ich es wissen. Ich wollte diesen Sound, dieses So What-Gefühl, auch wenn ich im Moment eher wie eine neblige Hupe im münsterländischen Herbst klinge.

Das Problem ist gar nicht mal so sehr der Ton – okay, der quietscht auch noch oft genug –, sondern die Zeit. Wenn ich alleine vor mich hin blase, werde ich unbewusst immer schneller. Besonders bei den Stellen, die ich eigentlich schon ganz gut kann. Mein Gehirn will dann einfach rennen. Letzten Sonntagabend habe ich versucht, 'Oh When the Saints' direkt auf 120 BPM zu spielen. Es endete in einem verzweifelten, hupenden Chaos. Meine Wangen haben so stark gezittert, dass ich am Ende gar keinen Ton mehr herausbekommen habe.

Nahaufnahme eines schwingenden mechanischen Metronoms auf einem Holztisch.

Das Metronom: Mein neuer, nerviger bester Freund

Ich habe im Mai angefangen, das Metronom ernst zu nehmen. Zuerst dachte ich, das sei nur was für Profis. Aber mein Kurs bei meineMusikschule Trompete hat mir schnell klargemacht: Ohne Taktgefühl bleibst du ewig bei der Blockflöten-Mentalität hängen. Also habe ich mir dieses mechanische Teil auf die Fensterbank im Gartenhaus gestellt. Die Skala reicht von 40 bis 208 BPM – und ich bewege mich meistens am ganz unteren Rand.

Es ist faszinierend und frustrierend zugleich. In einem Standardtakt haben wir 4 Viertelnoten, und mein Ziel ist es, dass jeder Klick genau dann kommt, wenn meine Zunge den Ton anstößt. Ich frage mich oft, ob mein Taktgefühl im Finanzamt besser war, nur weil dort alles in festen Fristen geregelt war. Hier draußen, zwischen den Tomatenpflanzen und dem Geruch von altem Ventilöl, ist der Klick mein einziger Halt.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn du merkst, dass dich das ständige Blasen zu sehr anstrengt, kannst du dein Rhythmusgefühl auch anders schulen. Ich habe kurz überlegt, Cajon zu lernen für Erwachsene als Rhythmus-Training, um einfach mal nur die Hände zu benutzen. Das schont die Lippen, die nach einer Stunde im Gartenhaus oft so weich sind wie Wackelpudding.

Wenn der Kopf nicht mitspielt: Metronom-Üben bei Reizüberflutung

Jetzt kommt etwas, das mir erst vor ein paar Wochen aufgefallen ist. Manchmal macht mich dieses monotone Ticken wahnsinnig. Es ist, als würde mein Gehirn nach drei Minuten einfach abschalten oder aggressiv werden. Ich habe mal gelesen, dass Menschen mit einer Tendenz zu ADHS oder einfach einer schnellen Reizüberflutung mit diesem starren Klick Probleme haben. Es ist zu... linear.

Was mir geholfen hat: Ich nutze jetzt oft visuelle Unterstützung. Mein digitales Metronom hat ein Licht, das mitblinkt. Oder ich versuche, den Takt nicht nur zu hören, sondern im ganzen Körper zu spüren. Ich wippe mit dem ganzen Fuß, nicht nur mit dem Zeh. Manchmal gamifiziert der Kurs von meineMusikschule Trompete das Ganze auch so schön, dass man zu einem Backing-Track spielt. Das ist viel schöner als das einsame Klick-Klick-Klick. Es fühlt sich dann weniger nach Arbeit und mehr nach Clifford Brown an.

Nahaufnahme von Händen, die die drei Ventile einer silbernen Trompete halten.

Praktische Übungen für die Gartenhütte

Wie fange ich also konkret an, wenn ich mal wieder merke, dass mein Taktgefühl im Münsterland-Nebel verschwindet? Hier ist mein aktueller Plan, den ich seit etwa sechs Monaten (also seit Mitte Februar) verfolge:

Besonders wichtig ist mir dabei, dass ich nicht verkrampfe. Wenn du gerade erst anfängst, schau dir mal meinen Eintrag dazu an: Die erste Tonleiter auf der Trompete sauber spielen ohne zu verkrampfen. Das Metronom soll uns helfen, nicht unter Druck setzen.

Innenansicht eines Übungsraums im Gartenhaus mit Notenständer und Metronom.

Die körperliche Komponente: Wenn die Puste ausgeht

Was mir niemand gesagt hat: Taktgefühl hat viel mit Atmung zu tun. Wenn mein Atem nicht reicht, fange ich an zu eilen, weil ich den Ton noch schnell vor dem nächsten Einatmen 'rausquetschen' will. Das kalte Messing des Mundstücks an meinen Lippen fühlt sich dann plötzlich sehr fremd an. Ich merke dann ein leichtes Zittern in den Wangenmuskeln, ein Zeichen meines Körpers, dass ich mal wieder gegen das unerbittliche Klicken ankämpfe, statt mit ihm zu fließen.

Ich lerne gerade, dass die Pausen genauso wichtig sind wie die Töne. In einem 4/4-Takt ist die 'Vier' oft die Vorbereitung für die 'Eins' des nächsten Taktes. Wenn ich da schon keine Luft mehr habe, bricht das ganze Kartenhaus zusammen. Es ist ein bisschen wie bei der Steuererklärung: Wenn man am Anfang schlampt, passt es am Ende hinten und vorne nicht zusammen.

Wenn du merkst, dass die Trompete dich körperlich zu sehr fordert, aber du trotzdem Rhythmus üben willst, wäre vielleicht sogar das Schlagzeug eine Idee. Meine Tochter wollte als Teenager mal eins, und ich habe neulich gesehen, dass es dafür auch tolle Online-Optionen gibt, wie meineMusikschule Schlagzeug. Aber nein, ich bleibe bei meiner Trompete. Ich liebe diesen Miles Davis Sound einfach zu sehr.

Ein aufgeschlagenes Tagebuch neben einem Trompetenmundstück auf einem rustikalen Tisch.

Sonntagabend-Fazit: Ein Klick nach dem anderen

Es ist jetzt fast dunkel draußen. Die Nachbarn haben zum Glück nicht geklopft – vielleicht dachten sie, das Ticken sei ein besonders großer Holzwurm im Gartenhaus. Ich bin noch kein Clifford Brown, bei weitem nicht. Aber das Ticken fühlt sich jetzt nicht mehr nach Stress an, sondern nach Fortschritt.

Nach etwa vier Wochen mit dem Metronom merke ich, dass ich ruhiger werde. Ich muss nicht mehr jedem Ton hinterherjagen. Wenn du auch gerade erst anfängst und dich mit 50 oder älter an dieses wunderbare Instrument wagst: Lass dich vom Metronom nicht ärgern. Es ist nur ein Werkzeug.

Falls du noch nach dem richtigen Einstieg suchst, kann ich dir den Kurs von meineMusikschule wirklich ans Herz legen. Er ist strukturiert, man kann monatlich kündigen (falls man doch merkt, dass man eher der Cajon-Typ ist) und er nimmt einen an die Hand. Schau es dir hier mal an: Trompete lernen online.

Nächste Woche erzähle ich dir dann, wie ich versuche, die Ventile flüssiger zu greifen, ohne dass meine Finger sich verknoten. Bis dahin: Immer schön im Takt bleiben!

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