Erste Trompete

Clifford Brown Stil auf der Trompete verstehen lernen für Anfänger ab 50

Clifford Brown Stil Trompete lernen für Anfänger ab 50 – Illustration zum Jazz-Ton für Späteinsteiger
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Die erste Zeile von Happy Birthday, komplett durchgespielt, kein einziger Ton bricht weg. Für jemanden, der erst mit fünfzig angefangen hat, Trompete zu lernen, ist das kein kleines Ding, und genau solche Momente sind es, die mich beim Jazz für Anfänger bleiben lassen, auch wenn Clifford Brown selbst über meinen Ehrgeiz wahrscheinlich müde gelächelt hätte.

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Trompete lernen mit über 50 - geht das in Richtung Clifford Brown?

Ja, das geht, aber nicht, indem du seine Tempi kopierst. Clifford Brown wurde nur 25 Jahre alt, und in dieser kurzen Zeit hat er einen Ton entwickelt, der nie gepresst klingt, egal wie schnell die Läufe werden. Genau dieser entspannte, warme Klang ist das, was sich mit fünfzig tatsächlich nachbauen lässt, auch wenn die Finger nie so schnell werden wie seine.

Man muss dafür auch nicht in einem Jahr durchstarten. Die 100-Schlösser-Route hier im Münsterland ist als Ganzes 960 Kilometer lang, trotzdem fährt niemand das an einem Nachmittag, Trompete lernen funktioniert nach demselben Prinzip, kurze Abschnitte, oft wiederholt.

Kurz habe ich mit einem Cajon geliebäugelt, weil es leiser ist und die Nachbarn nicht stört. Aber der Klang, der mich zur Trompete gebracht hat, kam aus der Kirche, nicht von einer Sitzkiste.

Nahaufnahme eines Trompetenmundstücks und einer Flasche Ventilöl auf einer Werkbank -- wichtig für Ansatz und Ventilpflege beim Trompete lernen als Anfänger

Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden

Ob man zuerst den Ansatz trainieren muss, bevor überhaupt an einen Stil zu denken ist? Ja, ohne einen ruhigen, stabilen Ansatz bricht jede Phrase auseinander, wie man den gezielt aufbaut, würde hier aber zu weit führen. Genauso wichtig ist eine Atemstütze, die den Ton trägt, statt ihn zu pressen. Ein kurzes Einspielen vor jeder Übungseinheit hat bei mir mehr gebracht als jede einzelne Tonleiter danach. Welches Mundstück am Anfang passt, hängt stark von der Lippenform ab, und da hilft Ausprobieren mehr als jede Empfehlung von außen.

Für all das reicht ein guter Nachbar nicht ewig als einzige Quelle. Mein Nachbar Rüdiger, der seit Jahrzehnten Akkordeon spielt und gerne über Blechblas-Physik liest, hat mir oft weitergeholfen, aber irgendwann habe ich mir zusätzlich den Kurs von meineMusikschule für Trompete geholt, einfach weil ich eine Reihenfolge wollte, die schon jemand anderes durchdacht hat.

Ein Laptop in einem Gartenhaus zeigt einen Online-Trompetenkurs für Trompete-Anfänger ab 50 im Jazz-Stil

Wie oft man üben sollte, werde ich oft gefragt, und meine ehrliche Antwort ist: lieber kurz und täglich als selten und lang. Eine Standard-Trompete hat nur 3 Ventile, trotzdem sind die Kombinationen daraus eine kleine Wissenschaft für sich, und eine Grifftabelle griffbereit zu haben erspart viel Rätselraten. Wenn Ventile klemmen, hilft meistens etwas Ventilöl und regelmäßige Pflege mehr als jede neue Übung. Noten lesen zu lernen ist sinnvoll, aber keine Startvoraussetzung, ich konnte am Anfang keine einzige Note und habe trotzdem Töne gefunden.

Hohe Töne ohne zu pressen zu spielen ist für mich noch echte Zukunftsmusik, aber ich weiß inzwischen, dass Druck von außen selten die Lösung ist. Buzzing auf dem blanken Mundstück, ganz ohne Trompete, zeigt gnadenlos, ob der Ansatz überhaupt trägt. Die Trompete sauber zu stimmen gehört zu den Dingen, die ich anfangs komplett übersehen habe. Ein Gefühl für Takt entsteht auch nicht von allein, ohne Metronom übt man sich leicht eine falsche Zeit ein. Gehörbildung, also Melodien nach Gehör zu finden, ist im Jazz sowieso wichtiger als in klassischen Stücken. Wie man die Trompete hält, ohne dass nach kurzer Zeit das Handgelenk schmerzt, ist noch mal eine eigene Frage. Und wer irgendwann den Quintenzirkel verstehen will, merkt schnell, dass Musiktheorie und Jazz-Improvisation eng zusammenhängen.

Ein warmer Ton hat mit Kraft wenig zu tun

Ein Ton, der warm klingt, entsteht nicht durch mehr Puste, sondern durch weniger Widerstand, das habe ich auf die harte Tour gelernt. Am Anfang habe ich das Mundstück-Training komplett übersprungen und einfach drauflosgespielt, ohne zu ahnen, dass genau das ein Fehler ist. Nach zehn Minuten war die Oberlippe taub, richtig taub, so als hätte sie beim Zahnarzt eine Spritze bekommen, und von einem warmen Clifford-Brown-Ton war ich meilenweit entfernt.

Heute klappen ganze Phrasen öfter durch, ohne dass mittendrin ein Ton wegbricht, und genau daran messe ich Fortschritt, nicht an Lautstärke.

Meine Freundin Ottilie, die seit Jahren im Kirchenchor Alt singt, hat ein feines Gehör und sagt mir ehrlich, wenn etwas schräg klingt, und genau dieses ehrliche Feedback ersetzt am Anfang jeden Ratgeber.

Reicht es, einfach nur zuzuhören, um seinen Stil zu verstehen?

Zuhören allein bringt schon sehr viel, mehr, als die meisten am Anfang denken. Wichtig ist, genau darauf zu achten, wie Clifford Brown Phrasen aufbaut, wo er Luft holt, wo er drängt und wo er zurücknimmt. Neulich stand auf dem Domplatz-Wochenmarkt ein Straßenmusiker mit Trompete, und schon zwei Minuten Zuhören haben mir mehr über Phrasierung gezeigt als eine Stunde Übungsheft.

Wer nach weiteren Vorbildern sucht, sollte mal bei den besten Jazz Trompetern für Anfänger vorbeischauen, bevor er überhaupt eine Note liest.

Zuerst zuhören, dann erst nachspielen

Nachspielen bedeutet am Anfang nicht, das Tempo zu treffen, sondern die Dynamik. Clifford Brown wechselt ständig zwischen sehr leise und kraftvoll, und genau dieser Kontrast macht seinen Ton lebendig. Für mich verlangen leise Töne viel mehr Kontrolle als laute, und genau daran arbeite ich, wenn ich diesen Stil verstehen will, statt nur die Noten zu treffen.

Was, wenn ein Ton einfach nicht bricht - oder ständig kippt?

Ein Ton, der ständig kippt, ist meistens kein Talentproblem, sondern zu viel Gegendruck der Lippen, das legt sich mit der Zeit, nicht mit mehr Kraft. Zwischendurch frage ich mich trotzdem, ob nicht ein anderes Instrument entspannter gewesen wäre. Das Schlagzeug hätte den Vorteil gehabt, dass niemand tagelang schiefe Töne erträgt, aber der Klang, der mich hierhergebracht hat, kommt nun mal aus einem Blechblasinstrument und nicht von Fellen und Becken.

Ein Kurs gibt Richtung, das Ohr bleibt meins

So ein Kurs kann eine Reihenfolge vorgeben, in der Ansatz, Atem und Töne aufeinander aufbauen, aber das eigene Ohr bleibt trotzdem der wichtigste Maßstab. Wer wissen will, wie Struktur und Logik beim Üben helfen, findet dazu mehr in meinen anderen Notizen.

Clifford Brown wird mir mit fünfzig nie perfekt gelingen, und das ist auch gar nicht der Punkt, der Punkt ist, dass jetzt öfter ein Ton kommt, der nach mir klingt und nicht nach einem Nebelhorn.

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